Das "Atelier der Ganzwerdung" entstand aus meiner jahrelanger Arbeit mit den Lotus-Kindern in Thailand.
Ganzwerden bedeutet für mich die Rückverbindung mit dem eigenen authentischen Sein -
jenem inneren Kern, der durch Trauma, Verlust und Überlebensmechanismen oft früh im Leben abgespaltet wurde. Heilung geschieht nicht allein durch das Verstehen der Vergangenheit, sondern durch das bewusste Fühlen, Annehmen und Integrieren dessen, was einst zu schmerzhaft war, um getragen zu werden.
Es ist der Weg aus dem Überlebensmodus zurück in ein lebendiges, verbundenes Sein.
Deser Weg der begann für mich 2005 – als ich in der Leitung
eines international führenden 5-Sterne-Hotels in Thailand tätig war.
In den Strassen vor dem Hotel begegnete ich Kindern, deren Leben von Armut,
Verlust und unsichtbaren Wunden geprägt war.
Diese Begegnungen haben mein Leben grundlegend verändert.
Aus diesem inneren Ruf heraus gründete ich eine Schweizer Stiftung
und baute ein ökologisches Waisenhaus – einen lebendigen Ort,
in dem die Kinder wieder zu sich und ihrem Leben finden konnten.
Nebst der Begleitung ihrer Bildungswege entstand ein Raum, in dem sie wieder Vertrauen,
Sicherheit und Zugang zu sich selbst finden konnten.
Im Laufe der Jahre verlagerte sich mein Fokus zunehmend auf die Innenwelt der Kinder.
Viele von ihnen hatten bereits früh Trennung, Gewalt, Missbrauch und tiefe emotionale Verletzungen erfahren. Besonders prägend war meine Arbeit in den Reisbauerndörfern der kargsten Regionenn des Landes,
wo ich über viele Jahre traumatisierte Kinder in verheerender Armut begleiten durfte.
Durch den täglichen Kampf das eigene Überleben zu sichern, lernten die Kinder,
ihre wahren Gefühle und Bedürfnisse zu unterdrücken.
In einem geschützten Rahmen nahm ich mir Zeit, Vertrauen aufzubauen
und den Kindern einen Raum zu geben, in dem ihre Gefühle wahrgenommen und ernst genommen wurden.
Durch achtsame Gespräche, spielerische Zugänge und insbesondere kreativen Ausdrucksformen
lernten die Kinder Schritt für Schritt, ihre Emotionen zu verstehen, ihnen Worte zu geben
und neue, stärkende Erfahrungen zu verinnerlichen.
Diese Arbeit verlangte viel Geduld, Hingabe und Einfühlungsvermögen –
und zeigte mir, wie viel Heilung möglich ist, wenn Kinder sich sicher, gesehen
und liebevoll auf dem Weg in ihre Ganzwerdung begleitet werden.
Diese für mich so wertvolle Aufgabe, die Kinder auf ihrem Weg in die Ganzwerdung zu begleiten,
hat nicht nur das Leben der Kinder verändert, sondern auch meinen eigenen Weg zutiefst geprägt.
Dank eines starken Netzwerks von Unterstützern konnte 2025 die finanzielle Absicherung
aller beruflichen Integrationen der Lotus-Kinder sichergestellt werden.
Damit fand nach 20 Jahren engagierter administrativer Leitung die Tätigkeit
der Stiftung in der Schweiz ihren erfolgreichen Abschluss.
Die weitere Begleitung der Lotus-Kinder erfolgt seither in meiner Zusammenarbeit
mit einer lokalen Organisation in Thailand.
Was mir nebst meiner tiefen Herzenserfüllung bleibt,
sind die vielen wertvollen Erfahrungen,
die ich heute Menschen weitergebe, die bereit sind,
sich selbst ehrlich zu begegnen,
innere Muster zu verstehen und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.
Damit Frieden entstehen kann,
wenn das Licht die Dunkelheit umarmt.
In Dankbarkeit und Verbundenheit lebt all das,
was wir gemeinsam erschaffen haben,
in unseren Herzen weiter.
Khap Khun Kha!
Gabrielle von Reding